Wasser fuer Wasser. Das steht auf meinem altbekannten Kriens-Dress, das ich heute ausnahmsweise nicht trage. Und Wasser gibts auch bei der FCL-Variante des Outdoor-Toi Toi. Nur bringe ich den Hahnen nicht zum Laufen. Ich fuehle mich hier vor dem Stadion wie ein Tourist. FCL-Fans erklaeren mir das System. Man muss mit dem Fuss auf einen Knopf am Boden druecken. Nur Wasser kommt immer noch nicht raus. Der Wassertank ist schon leer an diesem Hitzetag. Aber immerhin habe ich eine gute Diskussion mit Einheimischen gefuehrt. Immer alle freundlich entspannt in der Zentralschweiz. Uebrigens auch bei der Eingangskontrolle, bei der man mir einfach einen guten Match wuenscht. Wenn doch in Thun die Securitys mal so freundlich waeren. Und wohl gemerkt, ich gehe heute in den Gaestesektor.
Das Stadion ist gut gefuellt, auch auf Thuner Seite. Hunderte aus dem Oberland wollen sehen, ob die beiden 2:1 zum Saisonstart mehr als ein Tropfen auf den heissen Stein waren im schwierigen Abstiegskampf. Nun, der FCL findet besser ins Spiel. In der 4. Minute spielen die Luzerner Katz und Maus mit Buerki. Wir ahnen Boeses. Noch faellt das Tor nicht. Aber in der 13. Minute ist es so weit. Zunaechst nimmt Stuermer Ibayi den Ball ungenuegend an und verliert ihn gleich wieder. Danach unterliegt Innenverteidiger Montolio in einem wichtigen Zweikampf, bevor der in dieser Saison bislang so starke Bertone den Ball als hinterster Mann vertaendelt. Ferreira, der mit der Thuner Legende nicht verwandt ist, schiesst zum 1:0 ein. Und nach einer halben Stunde koennte er gar auf 2:0 erhoehen. Doch Thun-Goalie Steffen schnappt sich den Ball. Aber alles ist nicht trist, der eigentlich starke Ibayi hatte kurz zuvor eine Ausgleichschance. Und dann schnappt er wirklich zu wie Schni-Schna-Schnappi. Flanke von Bertone, Ibanyi verwertet. 1:1 nach 39 Minuten. Eine gute Ausbeute.
Die Pausengespraeche sind angeregt. Und wer wie Party-Kernen Kollegen an der Streetparade hat, hat neben dem Stadion-Smalltalk auch noch am Handy viel zu kommunizieren. Und so starrt er immer noch ins Handy, als in der 46. Minute Heule auf Ibayi flankt. Der trifft wunderschoen. Der ganze Gaestesektor bejubelt das 1:2. Nur Party-Kernen fragt noch Minuten spaeter verwirrt in die Runde, ob Thun einen gueltigen Treffer erzielt hat. Er wird sich den Match zuhause auf Blue noch einmal ansehen muessen.
Thun spielt nun souveraen und laesst lange keine gefaehrlichen FCL-Aktionen zu. Aufgewertet wird das Thuner Spiel vor allem durch Neuzugang Brighton Labeau, der seit Wiederanpfiff fuer Meichtry auf dem Platz steht. Der teure Top-Transfer mit der auffaelligen Nummer 96 ist hinten und vorne omnipraesent. Es macht Spass, ihm zuzusehen. Und auch die anderen Thuner sind stark, auch wenn sie in den Schlussminuten in Gefahr geraten, noch den Ausgleich hinnehmen zu muessen. Fuenf Nachspielminuten werden angezeigt, wegen vielen Unterbruechen werden es sogar sieben. Die Thuner spielen nicht nur clever, sie legen sich auch immer wieder clever auf den Boden. Nach bangen Minuten endlich der Schlusspfiff.
Thun bringt den dritten 2:1-Erfolg ins Trockene. Und dabei wollte uns der FCL doch heute nass machen, wie uns ein grosses Spruchband vor der FCL-Kurve zu Spielbeginn angedroht hat. Funktioniert nicht so ganz mit dem fliessenden Wasser in Luzern.
