Aui uf Basu! Also auf zum Treffpunkt am Bahnhof Thun, den Mottoschal kaufen und rein in den Zug. Dort zeigt sich, dass gefühlt ganz Thun mitfahren will. Unser Reisegrüppli findet keine Sitzplätze mehr und muss es sich im Gang bequem machen. Was man nicht alles auf sich nimmt für den FC Thun.
Im Stadion findet jeder seinen Platz im vollen Gästesektor. Schöne Choreo mit unseren Mottoschals vor den Abpfiff. Und natürlich Pyros. Unsere Lichtershow ist fast so gross und bunt wie jene vis-à-vis in der Muttenzerkurve.
Thun startet mutig und präsent. Die Berner Oberländer suchen früh den Weg nach vorne, arbeiten mit langen Einwürfen und setzen Basel in der eigenen Hälfte fest. Der Lohn folgt nach einer Viertelstunde und wie.
In der 15. Minute bekommt der FCB den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Die Klärungsversuche der Basler bleiben halbherzig, der Ball springt aus dem Getümmel an die Strafraumgrenze. Dort steht Bertone goldrichtig. Der Thuner Mittelfeldspieler nimmt Mass, zieht aus rund 20 Metern volley ab und trifft den Ball perfekt. Der Schuss zischt unhaltbar ins entfernte Lattenkreuz. Ein Traumtor, das selbst das Joggeli kurz verstummen lässt. Mit Ausnahme des Gästesektors natürlich. Die Basler Spieler reklamieren ein vermeintliches Foul in der Entstehung, doch der Treffer zählt. Thun führt 0:1!
In der Folge bleibt die Partie offen. Basel kommt zu Chancen, doch Steffen zeigt eine starke Leistung im Thuner Tor und hält die Null bis zur Pause. Auf der anderen Seite verpassen es die Berner Oberländer, die Führung auszubauen.
Nach dem Seitenwechsel erhöht der FCB den Druck. In der 57. Minute fällt nach einer Ecke der vermeintliche Ausgleich. Schmid steht nach dem Getümmel richtig und drückt den Ball über die Linie. 1:1? Doch sofort wird überprüft, ob in der Entstehung ein Handspiel vorliegt. Im Stadion ist davon nichts zu sehen, die VAR-Bilder werden nicht auf dem Screen gezeigt. Minutenlang herrscht Unklarheit, dann die Entscheidung: Der Treffer zählt, Vouilloz’ Arm soll angelegt gewesen sein. Basel gleicht also tatsächlich zum 1:1 aus.
In der 65. Minute der nächste Schreckmoment. Goalie Steffen kann nicht mehr weiterspielen. Er muss verletzt raus. Spycher übernimmt seinen Platz im Tor. Der Basler gibt sein Debüt im Thun-Dress ausgerechnet im Joggeli. Es ist nun eine schwierige Phase für den FCT. Der Ausgleich gibt den Hausherren Auftrieb, Thun gerät unter Druck, bleibt aber kompakt und geduldig. Die Partie wird intensiver und die Zweikämpfe häufen sich. Doch immerhin: Zu nennenswerten Chancen kommt der FCB nicht.
Als viele von uns auf ein glückliches Unentschieden hoffen, gelingt Thun ein weiterer Geniestreich. In der 80. Minute fliegt ein langer Ball in die Basler Hälfte. Vouilloz will klären, köpft jedoch völlig unnötig ins Zentrum. Dort steht der eingewechselte Matoshi völlig frei. Der Thuner zögert keine Sekunde, zieht mit voller Überzeugung ab und schiesst den Ball präzise in die entfernte Ecke. FCB-Goalie Salvi ist machtlos. Mit dem ersten Torschuss der zweiten Halbzeit geht Thun erneut in Führung. 1:2!
In der Schlussphase wird es nochmals hektisch. Eine rote Karte gegen Leroy wird nach VAR-Intervention zurückgenommen, erneut ohne Bilder im Stadion. Die lange Nachspielzeit übersteht Thun mit cleverem Zeitmanagement, sicheren Pässen und einer ordentlichen Portion Zweikampfhärte. Basel findet keinen Weg mehr durch die leidenschaftlich verteidigenden Berner Oberländer.
Nach 98 Minuten der Schlusspfiff. Der FC Thun gewinnt ein intensives Spiel im Basler Joggeli mit 1:2 und verteidigt die Tabellenführung. Die Berner Oberländer überzeugten heute mit Leidenschaft, Effizienz und defensiver Disziplin. Sie trotzten nicht nur dem Druck des FCB, sondern auch mehreren VAR-Momenten, die im Stadion selbst nicht auf dem Screen gezeigt wurden und für spürbare Unruhe sorgten. Freuen wir uns auf eine fröhliche Heimreise und feiern wir den Sieg im wahrsten Sinne des Wortes in vollen Zügen.