Am Tag nach dem Aufstieg rochen meine Kleider ziemlich stark nach Bier. In meinem Ferienkoffer ist eine Glasflasche Ichnusna zerbrochen. Als Thun aufgestiegen ist, war ich dummerweise in Sardinien. Wer haette auch gedacht, dass Aarau im Saisonendspurt so einbrechen wuerde. In Vaduz bin ich aber dabei. Ehrensache. Das ist schliesslich das letzte FCT-Spiel im Ausland auf viele Jahre hinaus. Weil eine erneute Barrage gegen Vaduz naechsten Sommer braucht wirklich keiner.
Die schoenste Ueberraschung gibts schon vor dem Spiel. Einen Biergutschein fuer jeden Fan, gespendet aus der Mannschaftskasse. Danke Aufsteigerjungs. Auch wenn das Bier einen ziemlich herben Nachgeschmack hat, Loewengarten halt. Die Bierspende kostet die Spieler recht viel Geld, sind doch rund 200 Thunfans nach Vaduz gereist. Ganz schoen viel, wenns doch heute nur noch ums Feiern geht. Ansonsten ist das Stadion ziemlich schwach gefuellt. 1600 Zuschauer. Gestern war ich an einem Promotion League-Match mit 1500 Leuten. Aber Hauptsache der Eddy ist dabei, mit dem ich auch einen Schnupf nehme. So wie es sich gehoert bei der grenzenlosen Fussballleidenschaft.
Das Spiel beginnt aus Thuner Sicht wenig erfreulich. Sind die Vaduz-Spieler vor Anpfiff noch fuer die Thuner Spalier gestanden, ist beim laufenden Spiel das Gegenteil der Fall. Zu einfach kommt das Heimteam zu Chancen. Ronaldo Dantas Fernandes schiesst in der 9. Minute zum 1:0 ein. Kurz darauf das 2:0, es zaehlt aber nicht wegen Offside. In der 21. Minute jubelt Vaduz dann aber doch schon wieder. Torschuetze Mischa Eberhard. Und damit nicht genug. In der 27. Minute erhoeht Fabrizio Cavegn auf 3:0. Man merkt den Thunern an, dass ihnen Lustrinelli bis Donnerstag Freitag gegeben hat und somit diese Woche nur sehr spaerlich trainiert worden ist. Das sei den Aufsteigerjungs aber auch gegoeent.
In der Pause deshalb keine Kritik von uns am Team. Nur etwas Aufregung, weil die Vaduz-Kurve mal wieder ein paar Hoffenheimer mitgebracht hat, die vor dem Stadion ein Handgemenge mit unserer Sektion Stadionverbot suchen. Laecherlich.
In der zweiten Halbzeit hat das Spiel ein anderes Gesicht. Thun zeigt nun viel Elan nach vorne. Die Stuermer koennen wiederholt nur durch Fouls gestoppt werden. Es gibt glich zweimal Penalty. Beide Male setzt sich Bertone den Ball. 1:3 in der 54. Minute. 2:3 in der 65. Minute. Die Hoffnung auf ein Thuner Erfolgserlebnis ist zurueck. Ein erster Treffer nach einem Durcheinander bei einem Eckball zaehlt noch nicht. Wohl aber der Treffer von Rastoder in der 88. Minute. 3:3. Das reicht fuer eine ordentliche Aufstiegsparty im Gaesteblock.
3:3 endet dann auch das Spiel. Ein gelungener Auftakt fuer die Thuner Abstiegstournee durch die Stadien der NLB. Hopp Thun!

