Während bei den Olympische Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo um Hundertstel und Medaillen gekämpft wird und Kanada im Topspiel des olympischen Eishockey auf Tschechien trifft, liefert auch der FC Thun am Donnerstagabend eine Demonstration von Effizienz und Nervenstärke. Wie die Kanadier auf dem Eis nutzt der Super League-Leader auf dem Kunstrasen seine Chancen kompromisslos und feiert gegen Lausanne einen klaren 5:1 Erfolg. Es ist der siebte Sieg in Serie.
Dabei beginnt die Partie mit viel Druck der Gäste. Lausanne kombiniert gefällig durchs Mittelfeld und sucht immer wieder den Abschluss. Doch wie im Biathlon am Schiessstand fehlt in den entscheidenden Momenten die Präzision. Entweder rauschen die Versuche am Tor vorbei oder Goalie Steffen ist aufmerksam zur Stelle.
Dann schlägt Thun mit der Präzision einer Eisschnellläuferin auf Ideallinie zu. In der 20. Minute wird Rastoder mit einem weiten Ball lanciert. Er behauptet sich stark, legt überlegt zurück auf Captain Bürki, der direkt in die Mitte weiterleitet. Dort nimmt Valmir Matoshi den Ball ruhig an, verschafft sich einen kleinen Moment Raum und schiebt ihn flach in die linke untere Ecke. Erste klare Möglichkeit, erstes Tor, 1:0.
Nur zwei Minuten später folgt das nächste Tor. Nach einem Ballverlust der Waadtländer schaltet Thun blitzschnell um. Labeau wird in die Tiefe geschickt, zieht mit Tempo in den Strafraum und behält die Übersicht. Sein Querpass findet erneut Matoshi, der den Ball kontrolliert und souverän zum 2:0 einschiebt. Zwei Chancen, zwei Treffer. Eine Effizienz, wie sie an den Olympischen Spielen Kanada beim 5:0 gegen Tschechien zeigt. Ein Gruss geht raus an Mattäng in der Eishockeyarena Santagiulia.
Im Berner Oberland reagiert Lausanne mit bissigen Angriffen. Custodio versucht es aus der Distanz, Butler-Oyedeji kommt per Kopf zum Abschluss, Diakité zieht aus 25 Metern ab. Immer wieder ist ein Bein dazwischen oder Steffen taucht rechtzeitig ab. Kurz vor der Pause fällt dennoch der Anschlusstreffer. Nach einem Ballverlust schalten die Gäste schnell um, Janneh wirbelt vor dem Strafraum, setzt einen Übersteiger und schliesst präzise ins Eck ab. 2:1 in der Nachspielzeit. Die Partie ist wieder offen.
Nach dem Seitenwechsel drückt Lausanne weiter. Die Gäste sammeln Abschlüsse, doch der Ausgleich will nicht gelingen. Thun verteidigt konzentriert und wartet geduldig auf seine Momente, ganz wie ein Athlet, der im Finale seine Kräfte einteilt.
In der 72. Minute kommt dieser Moment. Labeau wird tief geschickt, setzt sich im Laufduell durch und behauptet den Ball stark. Mit viel Übersicht flankt er in den Rückraum. Nils Reichmuth nimmt den Ball mit links an, legt ihn sich leicht zurecht und schliesst trocken ins rechte Eck ab. 3:1.
Lausanne versucht weiter, das Spiel zu drehen, doch nun öffnen sich Räume. In der 86. Minute segelt ein weiter Ball nach vorne. Elmin Rastoder startet im richtigen Moment, lässt einen Verteidiger mit einer geschickten Körpertäuschung ins Leere laufen und zieht leicht nach innen. Sein Abschluss ins weite Eck ist präzise und abgeklärt. 4:1.
Den Schlusspunkt setzt Leonardo Bertone in der Nachspielzeit. Nach einem Foul im Strafraum zeigt der Schiedsrichter auf den Punkt. Bertone läuft ruhig an und schiebt den Ball sicher unten rechts ins Netz. 5:1 in der 94. Minute und bereits sein achtes Saisontor.
So deutlich das Resultat am Ende aussieht, so intensiv war die Partie lange Zeit. Lausanne hatte mehr Abschlüsse und mehr Ballbesitz, doch Thun nutzte seine Möglichkeiten mit beeindruckender Effizienz. Wie bei den grossen Entscheidungen in Mailand und Cortina zählt nicht die Anzahl Versuche, sondern die Qualität im entscheidenden Moment. Der Leader beweist genau diese Qualität und bleibt mit dem siebten Sieg in Folge auf Goldkurs.