Thun – Wil

Thun – Wil

Ostermontag. Bestes Fruehlingswetter. Ich sitze in einem Liegestuhl auf der Esplanade und goenne mir ein Konzert. Viele alte Songs aus den Neunzigern sowie von Polo Hofer und Hanery Amman. Macht Spass. Kurz vor 16 Uhr schnappt sich ein FCT-Offizieller das Mikrofon und warnt uns Musikliebhaber davor, dass die Warteschlangen bei den Eingaengen schon lang seien. Egal, die letzten vier Songs des Konzerts mache ich auch noch mit. Was wird in den ersten paar Spielminuten schon gross passieren. Um 16:15 gehe ich dann mal rein, die meisten der rund 5000 Zuschauern sind tatsaechlich schon drin. Und wer puenktlich auf dem Platz ist, bereut es nicht. In der dritten Minute holt Castroman bereits den zweiten Thuner Eckball heraus, den er gleich selbst tritt. Es ergibt sich eine gute Chance. Montolio per Kopf und schon steht es 1:0. Die Thuner bleiben weiter offensiv. Nach einem weiten Einwurf kann Wil den Ball in der 10. Minute nicht klaeren. Castroman zieht einfach mal ab und sieht seinen Ball noch unhaltbar abgelenkt. 2:0. Das Stadion tobt. Viele halten die ueberraschend deutliche Fuehrung mit dem Handy fest. Viel mehr liegt fuer die als Minimalisten bekannten Thuner hier doch nicht drin.

Und in der Tat kippt das Spiel. Wil fasst sich nun ein Herz und kommt zu mehreren guten Aktionen. Mal ist es ein Weitschuss, mal ein Kopfball aus naechster Naehe. Gut ist Steffen heute im Tor, er stellt sicher, dass es beim Zwei-Tore-Vorsprung bleibt. Wir sind jedenfalls froh, als nach 47 Minuten der Pausenpfiff ertoent.

Wir machen etwas laenger Pause als normal. Fachsimpeln geht manchmal vor. Bei einem Bier natuerlich. Es ist mein Erstes heute. Am Montag trinke ich immer nur dosiert. Gut ist, dass sich Thun montags keine Mengenbeschraenkung beim Toreschiessen auferlegt. Denn direkt nach der Pause gehts wieder los mit dem Offensivfeuerwerk. Ein Thuner liegt am Boden, doch Thun startet dennnoch einen Konter. Stewart gibt Gas und kann zum 3:0 einschiessen. 47 Minuten sind gespielt und wir erst kurz wieder am Platz. Zum Torjubel reichts aber gerade noch so. In der 54. Minute muesste Thun dann einen Handspenalty bekommen, aber zur Ueberraschung aller im Stadion bleibt die Pfeiffe des Schiris stumm. Laut wird dafuer wieder in der 61. Minute. Nach einem Pass von Castroman schiesst Reichmuth zum 4:0 ein. Und Thun hat noch nicht genug vom Toreschiessen. In der 64. Minute versucht der eingewechselte Gutbub sein Glueck. Doch der Wil-Verteidiger Guzzo geht dazwischen und schiesst gleich selber zum 5:0 ein. Die Stockhorn Arena wird heute zur Villa Wahnsinn. Und weiter gehts. In der 85. Minute trifft Captain Bertone nach einem Eckball zum 6:0. Was unsere Diskussionen verstummen laesst, ob das heute der hoechste Saisonsieg ist. In der Nachspielzeit schiesst dann auch noch Ibayi ein. Es ist das 7:0. Thun sollte oeferts am Montag spielen.

Versteht sich von selber, dass wir in der Fankurve ausgelassen mit dem Team feiern. Und auch mit dem heiligen Gerber. Im Fanzelt geht die Feier weiter. An der Biertheke wird uns sogar vom Personal eine Runde Bier spendiert. Das nehmen wir gerne mit. Ob das nun bereits die Entscheidung war im Aufstiegsduell mit Aarau ist oder nicht, so macht Fussball jedenfalls Spass. Hopp Thun, diesi Saison koennte das was werden im Oberland.

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