Sion – Thun

Sion – Thun

Ja, er lebt noch, er lebt noch, er lebt noch
Ja, er lebt noch, er lebt noch, stirbt nicht…
Hier ist er wieder, der Internetauftritt der Thunfans. Nach langer Verletztenpause seit Mai 2025 und einer mangelhaften Performance seit mindestens zwei Jahren ist thunfans.ch endlich in alter Stärke zurück. Ein unerwartetes Comeback, wie wir es uns einst für unseren Haudegen Hediger erhofft hatten. Damals vor dem Abstieg. Möglich gemacht wurde der Neustart durch einen finanzkräftigen Mäzen. Beim FC Thun bleibt der Investor anonym, wir bei thunfans.ch sagen dagegen offen, wer dahintersteht: der Thuner Stamm von Zürich. Säb isch eso!
Das erste Spiel der neuen thunfans.ch-Zeitrechnung heisst Sion gegen Thun. Und Thun fährt als Leader ins Wallis. Mit dabei für thunfans.ch ist unserer Aussenreporter und VJ Party-Kernen. Vor dem Spiel ist er sehr optimistisch, insbesondere wettermässig: «Heute gibt’s ein Reisli nach Sion, ins schöne Wallis wie die Walliser sagen, 360 Tage Sonne und 4 Tage Regen.» Weshalb ein Jahr im Wallis offenbar einen Tag kürzer dauert als im Rest der Schweiz, bleibt in seiner ersten Fussballbotschaft ans thunfans.ch-Hauptquartier unbeantwortet. Es muss was mit einem Filmriss nach einer durchzechten Nacht zu tun haben. Eine andere Aussage trifft er jedoch punktgenau: «Mit einem Sieg kann Thun Sion auf sieben Punkte distanzieren.»
So macht sich Party-Kernen für uns auf den Weg und packt Feldschlössli und Berliner Luft ein, wie er uns mit einem Bildergruss von unterwegs mitteilt. Der Blick durchs Fenster des Extrazugs sieht dabei düster aus, denn heute ist einer der vier Tage, an denen es regnet im Wallis. Und zwar heftig und ohne Unterbruch. Dies zeigt auch der nächste Videogruss, den Party-Kernen vor dem Gästesektor zeigt. Wir erkennen eine Bierdose, viel Regentropfen und den einfahrenden Aebikurve-Fancar. Das passende Fazit dazu: «Ein Gugus-Wetter».
Das geht’s in die Kurve. Und wieder zückt Party-Kernen sein Handy. Und Nein, das thunfans-Team hat ihm nicht diesen Auftrag gegeben. Unsere neue Website weist zwar eine Bildergalerie-Rubrik auf, aber die wollen wir gemäss Ultratradition nur sehr spärlich befüllen. Und überhaupt: Für mögliche Wasserschäden am Handy oder an den Powerbanks von Party-Kernen durch Regen oder Bierwürfe ist im Budget kein Platz. Die «Rot-Wys-Allez»-Tonaufnahme mag noch okay sein, auch wenn sie in den Ohren ziemlich schmerzt. Und das nicht nur, weil es sich um eine altbekannte Sion-Melodie handelt. Die Videoaufnahme dagegen Richtung Schloss Tourbillon müsste nun nicht sein. Es scheint nicht mal die Sonne. «Natel us dr Kurve!» wird Party-Kernen belehrt.
Dann beginnt das Spiel und die Fernsicht ist weg. Wie eigentlich auch der Blick aufs Spielfeld. Beide Kurven zünden fleissig und hören damit gefühlt bis zum Schlusspfiff nicht mehr auf. So ausgeglichen die Kräfteverhältnisse auf den Fanrängen sind, so ausgeglichen sind sie auf dem Spielfeld. Was für den beherzten Auftritt der Thuner spricht.
Der entscheidende Treffer fällt früh: Kastriot Imeri, erst zum zweiten Mal von Beginn an im Thuner Kader, sorgt in der 12. Minute für das einzige Tor des Abends. Imeri zirkelt einen Freistoss aus rund 20 Metern über die Mauer. Wenn auch im Walliser Nebelmeer nicht ganz einfach zu erkennen, ist es ein sehenswerter, wenn auch haltbarer Treffer, bei dem Sion-Goalie Racioppi nicht ganz schuldlos bleibt.
Nach dem Rückstand verliert Sion den Faden, während Thun geschickt verwaltet. Erst nach der Pause erhöhen die Walliser das Tempo und drängen energisch auf den Ausgleich. Die Thuner geraten zunehmend unter Druck, verteidigen jedoch gewohnt bissig. Nach vorne ist Thun dann gefährlich, wenn sich Freiräume bieten. So reiht sich auch auf bei den Oberländern Chance an Chance: In der 53. Minute scheitert Heule an der Latte, Labeau verpasst gleich zweimal nur knapp. Und in der Nachspielzeit ist nicht etwa Sion am Drücker, sondern Meichtry, der in der 92. Minute auf das erlösende 0:2 erhöhen müsste. Doch weil er beim Schuss zögert, kann ihm doch noch ein Verteidiger den Ball wegschnappen. Kurz darauf ist Schluss und Thun bejubelt einen hart erkämpften Auswärtssieg.
Ein freudiger Anlass für uns von thunfans.ch, wieder Kontakt mit Aussenreporter «Party-Kernen» aufzunehmen. Die gemeinsame Spielanalyse übertrifft jedes Blue-Liveinterview: «Bravo Thun!» – «Ja, voll!»
Ja, er lebt noch, er lebt noch, er lebt noch
Ja, er lebt noch, er lebt noch, stirbt nicht…

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