August 2025. Nach 5 Jahren hat Thun endlich wieder ein Super League-Heimspiel. Und was im Sommer 2025 besonders bemerkenswert ist: Das Spiel findet bei so gutem Wetter statt, dass sogar der Rasen bewaessert werden muss. 6700 Fans lassen sich dieses Sommerhighlight nicht entgehen, wobei auch mehrere hundert Lausanner dazu gehoeren. Die Partie startet mit viel farbigem Rauch auf beiden Seiten. Als sich der Nebel gelichtet hat, sehen wir ein sehr offensives Thun. Statt die Underdogrolle einzunehmen, greifen die Oberlaender beherzt an. Sicher das richtige Rezept gegen ein europacupstrapaziertes Lausanne. Die Torchancen stellen sich frueh ein. Reichmuth koennte treffen, Rastoder hat zweimal eine gute Moeglichkeit. Und dann die 10. Minute. Meichtry, Heule, Ibayi und der zum 1:0. Ohrenbetaeubender Jubel im Stadion. Und Thun laesst nicht locker. Pfostenschuss von Rastoder. Und eine Aktion mit einer grossartigen Flanke von Matoshi, wobei gleich drei Thuner den Ball nur knapp verfehlen. Thun heizt Lausanne. Und auch mir. In der 35. Minute bin ich so schweissueberstroemt, dass ich raus muss aus der Kurve. Umziehen im WC, Durstloeschen am Bierstand. Als ich 6 Minuten spaeter zurueck bin, fuehrt Thun immer noch. Wir sind sogar etwas enttaeuscht, dass es nur mit einem 1:0 in die Halbzeit geht.
In der Pause vermissen wir das Fanzelt, dass aus auf Grund von behoerdlichen Vorgaben abgebaut werden musste. Zugemauert ist unserer langjaehriger Partytreff. Typisch Thun. Langjaehrige muss anstehen, wer noch keine Verpflegung hat. Dazu passt, dass mir am Eingang das Mitnehmen meines Sandwichs verweigert worden. Vorschrift sei das, meint der Bronco. Schikane meine ich. Und steht so nicht in der Stadionordnung.
Es ist schon der Siebte. Fehr flankt eng vor das Tor, wo Genis Montolio genau richtig steht und zum 2:0 erhoeht. Ja es wird wieder laut. Unsere Emotionen bleiben intensiv. Nur werden sie etwas negativer, da nun Lausanne besser ins Spiel kommt. Das Spiel wird hart. Es gibt Fouls und Karten und Thuner, die oft etwas laenger als noetig liegen bleiben. Das heizt die Emotionen zusaetzlich an. Und dann faellt der Treffer fuer Lausanne. Diakite kommt voellig frei zum Flanken, zuerst scheitert Kaly Sene mit seinem Kopfball, den Abpraller verwandelt er aber sogleich zum 1:2-Anschlusstreffer. 20 Minuten sind noch zu spielen.
Thun wirft sich nun in jeden Ball und in jeden Gegenspieler. Das Spiel harzt und wir sind froh drum. 5 Nachspielminuten werden angezeigt, es werden 6 oder gar 7. Aber Thun haelt dicht. So macht Fussball Spass im August 2025.
