Ich gebe zu. Im April bin ich im Eishockeymodus. Schliesslich bin ich kein SCB-Fan. Aber ein Spiel gegen Schaffhausen kann ich mir nicht entgehen lassen. Zu viele Vorgeschichten, zu gross die Hoffnung auf einen Heimsieg. Ich tippe gegen das finanziell am meisten angeschlagene Team der Liga auf ein 5:0 und das obwohl ich gar nicht zufrieden bin mit den derzeitigen Leistungen des FC Thun. Aber wann wenn nicht heute souveraen gewinnen.
Unterwegs bin ich mit Party-Kernen. Ein treuer Fan. Und wie. Vor dem Match ist er nicht nur dabei beim DJ Goalae-Konzert, er kauft sich auch im Fanshop eine Powerbank. Es ist inzwischen seine Dritte. Was umso mehr imponiert, da die Verkaueferin versichert, dass die voelig ueberteuerte Powerbank ein Ladenhueter ist. Aber was tut man nicht alles fuer ueberlange Auswaertsfahrten.
Das Spiel beginnt irgendwie beliebig. Das Stadion ist gut gefuellt. Aber das Spiel harzt. Typisch fuer Lustrinelli wird der Ball einfach dem FCS ueberlassen. Eine mutige Taktik, auch wenn mit Steffen endlich mal ein guter Goalie im Tor steht. Aber ein 0:0 genuegt ja wenn Aarau heute patzert. Und wie Aarau heute im Heimspiel gegen Ouchy heute patzert. 0:1 nach 25 Minuten. 0:2 nach 28 Minuten. Voller Euphorie gibt der Speaker nach einer halben Stunde den Totomat durch. Eine clevere Aktion. Ploetzlich scheint sich Thun ein Herz zu fassen. Die Angriffe werden hauefiger. Und dann faellt das Tor. 1:0 durch Reichmuth in der 41. Minute. Die Stimmung im Stadion ist nun besser, als es das Spiel verdient hat.
In der Pause wird das Spiel im Fanzelt ausfuehrlich analysiert mit reichlich Bier und Kontermarken intus. Wir sind uns einig, es gilt vor allem eine Barrage zu verhindern. Und das es wieder ein Spieltag fuer den aufsaessigen Aufsteiger Carouge wird. Die scheinen mehr Energie zu haben diese Saison als Party-Kernen mit all seinen Powerbanks.
Die zweite Haelfte beginnt gut. Und zwar mit einem Thuner Tor. Es ist erneut Reichmuth, der in der 48. Minute auf 2:0 erhoeht. Und weiter gehts mit Thun, das gegen ein Schaffhausen mit sichtbar technischen Maengeln nun die Oberhand hat. Die logische Folge: Das 3:0 durch Castroman in der 66. Minute. Doch dann kommen schlechte Nachrichten aus dem Bruegglifeld. Innert einer Minute hat Aarau ausgeglichen. Aber noch ist hier wie dort eine halbe Stunde zu spielen. Thin haelt sich gut und laesst keinen Gegentreffer mehr zu. Besser noch. Das Gleiche gelingt Ouchy. Thun gewinnt und feiert die Rueckkehr an die Tabellenspitze mit zwei Punkten Vorsprung. Das macht Spass. Auch wenn man wie ich den April eigentlich im Eishockeymodus verbringt. Auf Wiedersehen morgen im Drachenradio, Seite an Seite mit einem Aaraufan.
