Xamax – Thun

Xamax – Thun

Endlich Sommer. Und endlich etwas plätschern und entspannen im See. Es macht Spass hier im Neuenburgersee zwischen Enten, Möwen und Spatzen. Und auch die Neuenburgerinnen und Neuenburger sind eine Augenweide. Fühle mich natürlich immer geschmeichelt, wenn ein junger Typ sein Badetuch so nah neben mir hinlegt. Ich muss mich regelrecht losreissen von dieser Idylle am See. Denn eigentlich bin ich ja hier, weil ein paar Meter neben dem Wasser ein Stadion steht. Ich mache für thunfans.ch mal wieder Groundhopping an ein Spiel des FCT. Viel hat sich nicht geändert in den letzten Monaten. Ein paar Spielernamen haben gewechselt, aber ganz oben wurstelt immer noch der heiligen Gerber. Gemäss Radio SRF verhandelt er gerade mit den Klubchinesen über mehr Geld. Klar, wer bei Barnsley ein Chaos mit drohendem Punkteabzug verursacht hat, ist immer noch gut genug für den FC Thun. Der selber vor diesem Spiel der vierten Runde sieben Punkte auf dem Konto hat. Ob das gut ist? Man hat busher in der Liga mit Nyon, Schaffhausen und Baden die drei schwächsten Team der NLB angetroffen und dabei weniger als insgeheim erhofft getroffen. Xamax ist im Vergleich dazu heute ein richtiger Gradmesser.

Ich bin aber doch überrascht vom Spielbeginn. Thun powert regelrecht. Xamax-Goalie Guivarch muss zweimal in extremis retten. Das gute Spiel wird mit viel Farbe untermalt durch die volle Thuner Kurve. Heute wird mehr gezündet als im ganzen Oberland am 1. August. Auch die Heimkurve zeigt herrlich viel Feuer. Und dann fallen passend zu dieser tollen Fussballatmosphäre auch endlich die Tore. Aber nicht für Thun. Surdez trifft flach in der 25. Minute zum 1:0. Es bleibt nicht bei dieser einen ärgerlichen Szene, in der das Thuner Abwehrverhalten mangelhaft ist. Xamax übernimmt immer mehr das Spieldiktat und ist dem 2:0 nah. Wir müssen froh sein, geht Thun nur mit einem Ein-Tore-Rückstand in die Pause.

In der Halbzeit beruhigen wir uns mit Entspannungsübungen. Die verteilten Anti-YB-Kleber lassen sich so überhaupt nicht vom Papier lösen und aufkleben. Wo sind die Klimakleber, wenn man sie mal wirklich braucht. Auch das Bierholen erweist sich als grössere Herausforderung. Es geht und geht nicht vorwärts in der Warteschlange. Wir lösen uns sogar ab mit Anstehen. Und doch ist derjenige, der am Schluss den Auftrag fasst, die Bier zu den Plätzen zu tragen, erst in der 60. Minute zurück im Fanblock. Da steht es 2:0, kurz nach der Pause hat nach einem Eckball Bakayoko das 2:0 erzielt. Das 3:0 sehen wir dann wieder alle. Oder irgendwie auch nicht. Als Angelo Campos auch ziemlich flach in der 84. Minute zum 3:0 einschiesst, ist der Thuner Sektor mal wieder eingenebelt. Umgehend zündet auch die Xamax-Kurve wieder. Es ist die letzte Pyro des Abends, das Material ist nun auf beiden Seiten aufgebracht. Dabei hätten die Neuenburger kurz darauf gleich wieder einen guten Grund für ein Feuerwerk, erhöht doch Hautier in der 86. Minute auf 4:0. Damit ist Thun nun wirklich bedient. Auch wenn die Fans weiter singen und sogar nach Abpfiff gemeinsam mit der Mannschaft für bessere Zeiten klatschen, bleibt die bittere Erkenntnis, dass derzeit bei diesem Verein weit mehr fehlt als regelmässige thunfans.ch-Spielberichte. Man sieht sich irgendwann irgendwo an einem lauschigen Ort, wo per Zufall der FC Thun Tore schiesst. Oder es zumindest versucht.

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