Thun – YB

Thun – YB

Für viele Thunfans ist es das erste Fussballspiel in 2019, war doch vielen die Spielverschiebung gegen Lugano zu kurzfristig, zu blöd oder einfach zu kalt. Nicht ganz dabei ist heute die YB-Kurve. Polizei und Fans sind sich nicht einig geworden über die Fanmarschroute. Die Hösseler kesseln wohl lieber Fans aus der eigenen Region ein, als sich in 14 Tagen GC-Fans auf Koks entgegenzustellen. Es gibt Tage, an denen ist man froh, diesem Kanton den Rücken zugekehrt zu haben. Nicht nur wegen dem heutigen klären Ja zum Polizeigesetz. Wobei mich dünkt, dass es auch in der Thuner Kurve ein paar überbissige Hilfssheriffs hat. Gibt das wirklich Ultrapunkte, wenn man einem Thunfan Kurvenschal und Kurvenmütze wegnimmt, nur weil er an diesem Wochenende ein gemeinsames Bild mit YB-Fans in den Sozialen Medien veröffentlicht hat? Eher peinlich. Zumal das Wetter heute wirklich grässlich ist. Es stürmt und schiffet so stark, dass wir mit der nächsten Spielabsage rechnen. Doch diese Spiel geht plangemäss los um 16 Uhr.

Und ja, es ist ein richtiges Derby. Schon in der 6. Minute stoppt Hediger Aebischer so heftig, dass Schiedsrichter Klossner ihm sogleich die Gelbe Karte zeigt. Allgemein ist YB stärker in der ersten Halbzeit. Aber wie das erste – und hoffentlich einzige – YB-Tor heute zustandekommt, nervt doch ziemlich. Nach einem Ausrutscher eines Verteidigers, schiesst Gelmi fast ein Eigentor. Dann kommt Fassnacht an den Ball und schiesst, wobei Glarner den Schuss auf der Linie stoppt. Mit dem Fuss zwar, doch springt ihm der Ball an den Arm. Pfiff, Gelb, Penalty. Gemäss Regelbuch sicher korrekt und doch ein harter Entscheid. Assalé setzt sich den Ball und schiesst prompt zum 0:1 ein.

Thun kämpft, doch bleibt YB am Drücker. Wir können froh sein, dass vor dem Pausenpfiff nicht das 0:2 folgt.

Nach der Pause ist erst mal Ruhe im Thunsektor. Ein vorübergehender Stimmungsboykott. Gegen YB, gegen die Polizei oder vielleicht ist einfach Klimastreik. Gut, kann man machen. Aber wieso exakt 10 Minuten lang? 13 Minuten 12 Sekunden, wie ich es heute mache, wären doch treffender gewesen. Aber mit 40 ist man halt auch oldschool. Schliesslich singen wir alle wieder. Und zwar laut. Denn Thun hat nun das Spieldiktat übernommen. Auch ohne Sorgic, der heute im Aufgebot fehlt, ist Thun on Fire. Und dann fällt endlich das 1:1. In der 82. Minute lanciert Salanovic Spielmann, der den1:1-Ausgleichstreffer erzielt. Freudentaumel in Thun.

Thun kämpft noch für Punkt Zwei und Drei, doch es bleibt trotz vier Nachspielminuten beim 1:1. Gut gekämpft, Jungs. Und so sieht heute auch ein jeder Thuner, der am Mittwoch nicht in Lugano war, eine Art ersten 2019er-Triumph. Gut so und weiter so.

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