Thun – Xamax

Thun – Xamax

«Du hast ja Xamax-Schuhe an. Ah, und Xamax-Hosen auch noch!» Amélia freut sich heute nicht wenig, dass ich dank rot-schwarzem Outfit regelrecht im Xamax-Look auftrete. Doch zumindest mein Trikot zeigt, welches Team ich beim Match Thun-Xamax wirklich unterstützte: Den FC Thun.

Amélias Bemerkung ist irgendwie symptomatisch für den Match. Die Fans kennen sich, Sprüche und Gesänge gegeneinander gibt es keine. Und selbst die Spieler wollen sich irgendwie nicht weh tun. Für einmal respektieren sich alle auf dem Spielfeld, ehrgeizige, ja gar aggressive Aktionen sind kaum zu verzeichnen. Kurzum: Es ist ein träges, mitunter äusserst langweiliges Spiel. Emotionen fehlen gänzlich. Es sei denn, man beobachtet aufmerksam das muntere Rüpel-Alain-Comeback, der voller Energie endlich wieder leergetrunkene Bierflaschen statt Liebes-SMS zählt.

Eine Spielzusammenfassung fällt da schwer. So macht in der ersten Halbzeit erst Xamax Druck, dann dominiert Thun. Torchancen der Marke «Der muss doch rein» gibt es dabei keine einzige. Die Langweile dominiert.

Nach der Pause startet Thun aber sehr intensiv, für etwa fünf Minuten gibt es tatsächlich gute Spielszenen zu sehen. Von den drei Thuner Torchancen ist aber ein Fast-Eigentor eines Xamaxien bezeichnenderweise am Gefährlichsten. Thun hat nun endgültig mehr Spielanteile, doch dafür werden nun auch die Xamax-Konter von Mal zu Mal gefährlicher, besonders ab der Einwechslung von Ojong. Doch Tore fallen auf beiden Seiten einfach keine – von einem klaren und erkannten Offsidetor von Xamax einmal abgesehen.

Der Spannungshöhepunkt des wirklich langweiligen Match ist schliesslich ein Umfaller von Gerber im Strafraum. Penalty? Schiri Rogalla sagt nein und so endet das Spiel tatsächlich torlos. Da hat sich der Gang ins Stadion auf den ersten Blick wirklich nicht gelohnt…

Da muss selbst ich wieder einmal meinen «Fussball in Freundschaft»-Bericht in Erinnerung rufen, um doch noch Freude an dem Spieltag zu haben. Ja, so ein zweisames Kaffee- und Schoggitrinken nach Spielschluss macht nämlich wirklich Spass. Wer sagt denn, dass Fussballfans immer mit Bier feiern müssen. Nicht wahr, Rüpel-Alain?

Übrigens soll zuletzt auch noch erwähnt werden, in welcher Farbe eigentlich Amélia an diesem Match aufgetreten ist: In Orange! Die weisse Aufschrift Neuchâtelois hat dabei aber doch noch für ein wenig Xamax-Look gesorgt.

Matthias Engel

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