Thun – Xamax

Thun – Xamax

Wenn du um 11 Uhr vom Wochenendeinkauf heimkommst und in Stress kommst, weil der beste Kollege mit dir an ein Thun-Heimspiel um 16 Uhr will – ja dann bist du erstens ein verzweifelter Fan und zweitens ein Zürcher. Denn Thun spielt heute in Saanen, was urchig tönt, aber für mich über 3 Stunden Anreise bedeutet. Und das für ein halbes Geisterspiel, bei dem erst 24 Stunden vor Anpfiff ein ?Ihr könnt hier doch rein?-Aufruf erteilt wurde. Entsprechend wenig Leute sind am Spiel, irgendwas zwischen 100 und 200 schätze ich. Aber Kevä und ich sind vor Ort, womit für Stimmung gesorgt ist – nicht unbedingt Pro Thun. Spätestens als Sportchef Albrecht in der Pause im Lautsprecher-Interview behauptet, dass gar nicht klar ist, wieviel Geld Thun vom Bundesrat erhält, werden wir sehr laut und gehässig. Ist das nicht der Verein, der kreuz und quer in der ganzen Schweiz und in Liechtenstein Spieler kauft und das höchste Budget der ganzen Liga hat!?

Das Spiel selber ist sehr schön. Gut, das liegt an der wunderschönen Landschaft in Saanen. Prompt einigen sich die zwei Teams darauf, die Länge der beiden Halbzeiten von 45 auf 50 Minuten zu verlängern. Was eher im Sinne von Xamax zu sein scheint, das unter der Führung von Nuzzolo in der ersten Halbzeit die dominierende Mannschaft ist. Allein in der 19. Minute muss Thun-Goalie Hirzel gleich zwei Topchancen abwehren. In der 45. Minute knallt es dann aber, Bekolo schiesst zum 0:1 ein.

Dann hat Nuzzolo Feierabend. In der zweiten Hälfte ist nun Thuns eingewechselter Gerndt der alte Mann auf dem Platz. Er meistert die Aufgabe ganz gut, Thun ist nun das bessere Team. Neben Gerndt wissen insbesondere Wetz und Ndongo zu gefallen. Doch der Ball will unter dem blauen Himmel von Saanen einfach nicht rein. Trotz einem gewissen Frust unter uns Thunern gibt es zwar keine Bierdusche, aber eine Sprinkelanlagedusche. Ist ja ganz nett, den trockenen Platz zu wässern, aber wenn ich nach diesem Traumsommerspiel durchnässter bin als nach der Regenschlacht von Heimberg, ist da etwas ganz viel Druck auf der Wasserleitung.

Thun verliert 0:1. Nach dem Spiel sehen wir noch von weitem den heiligen Gerber. Und etwas näher die Spieler. Die fahren nämlich in vier Kämpf-Minibussen und etwas abgekämpfter auf einem Velo an uns vorbei. Speziell dabei: An jedem Steuer sitzt ein Thunspieler! Teambuilding oder Sparmassnahme?

Und trotz Niederlage war es ein schöner Tag hier im Berner Oberland. Oder hier im Waadtland, wie fcthun.ch sicher schreiben wird…

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