Oha lätz. Vor dem Spiel sind Kevä und ich in Thun-Montur an der OHA unterwegs. Häufig werden wir deshalb angesprochen. Dabei stellen wir fest: Der FC Thun geniesst in der Bevölkerung noch viel Sympathie. Doch diese Sympathie reicht weder für den Trainer aus, noch für den Glauben an einen Sieg über Sion. Wirklich alle, die wir treffen, tippen auf einen Sionsieg. Selbst ich bin wenig optimistisch. Meine Hoffnung: Thun soll nicht unbedingt gewinnen, aber die Stürmer endlich einmal treffen. Schliesslich ist Thun an einem Punkt angelangt, an dem Selbstvertrauen wichtiger ist als ein glücklich erkämpfter Punkt. Dies gilt um so mehr, als klar ist, wer heute auf dem Rasen pfeift: Nicole Petignant.
Das Thuner Sturmduo – überraschenderweise Bühler und Hector Tapia – steigt auch mit grosse Energieschub ins Spiel. Die Sionabwehr wird unter Druck gesetzt, doch ein Tor gelingt in der 1. Halbzeit nicht. Daran schuld hat aber auch der starke Sion-Goalie Vailati.
Ein Zu-Null würden wir auch Portmann wünschen, der endlich mal wieder spielt. Trotz Comeback scheint er aber noch nicht Peischls Liebling geworden zu sein, wird doch Bettonis Abwesenheit mit einer Verletzung begründet. Portmann steht kurz vor der Pause im Mittelpunkt. Ein Freistoss von Sion. Kuljic schiesst aufs Tor – und trifft. Ausgerechnet der wohl einzige Österreicher auf diesem Planeten, der Fussballspielen kann, erzielt also das 1-0.
In der zweiten Halbzeit ist Thun erst recht gefordert. Ab der 71. Minute stehen drei Stürmer auf dem Platz, Rama kommt für Baumann hinein. Und kurz darauf hat Rama tatsächlich die grosse Chance, endlich wieder zum Held zu werden. Ein wuchtiger Schuss von ihm…. landet an der Latte. Der Ball prallt zu Ferreira ab und der trifft den Pfosten. Thun kommt noch zu weiteren guten Chancen, doch es bleibt beim 0-1. Eine unverdiente Niederlage ohne Torerfolg, so schlimm haben sich wohl nicht mal die meisten OHA-Thunfans den Match vorgestellt.
Was bleibt ist der Frust – und ein unschönes Eingreifen bzw. Reinschlagen von Sicherheitsleuten nach dem Spiel. Ob eine Arbeitsmoral à la Auge um Auge, Zahn um Zahn für einen Sympathiegewinn sorgt? Wohl kaum.
