Thun – Schaffhausen

Thun – Schaffhausen

Hobelkäse, also bitte, ist das wirklich eine gute Idee? Vor dem Match gegen die gelben Schaffhauser soll ausgerechnet gelber Käse die Zaubertrankzutat für den Weg zurück an die Spitze sein. Da ist Skepsis doch recht verständlich.

Bereits in der ersten Minute zeigen die Thuner jedenfalls, wie gut das sie sind. Sofort ein Angriff nach vorne, beste Abschussposition und der Ball fliegt wie gehabt daneben. Der FC Thun mag gut spielen, aber die Chancenauswertung ist katastrophal und kaum 1. Liga-tauglich.

Die erste Halbzeit ist eine Zumutung für uns Fans. Natürlich, Thun spiel klat feldüberlegen und kommt immer wieder zu guten Chancen. Aber wenn jeder Schuss so kläglich wie heute endet, zweifelt bald noch der langjährigste Thunfan an der Liebe zu seinem Verein. Es ist einfach der Wurm drin. Entsprechend gross ist auch das Chaos in der 37. Minute bei einer weiteren guten Thuner Torchance. Schuss um Schuss wird gewagt, stets vergebens, bis dann doch endlich Aegerter den Ball ohne Talent, dafür mit viel Wucht ins Netz knallt. Und so steht doch 1-0.

Eine gute Nachricht für Dodi, der geschworen hat, heute jeweils nur bei Thuntoren ein Bier zu holen. Halb verdurstet darf er nun kurz vor der Pause doch noch zum Bierstand.

Bringt das Führungstor den Thuner Selbstvertrauen? Nein, von wegen. Kurz nach Wiederanpfiff kommen die Schaffhauser zu ihrer ersten Chance. Ein Schuss aus guter Distanz und Tor – 1-1!

Laut ist fortan das Gefluche im Thunsektor, das ständige Chancenvergeben der Thuner wird von uns Fans laut und frustriert kommentiert. Zumal wir jetzt auch noch im Regen stehen, ein Scheisswetter! Ja, so schlecht kann doch der (noch) Tabellenzweite nicht sein. Doch immerhin kämpfen die Thuner weiter, sie rücken regelmässig mit zehn Mann nach vorne auf (ich fluche jedes Mal über soviel Übermut!). Und in der 84. Minute passiert tatsächlich das schon fast gar nicht mehr Erhoffte: Lustrinelli versenkt den Ball zum erneuten Führungstreffer im Netz. Das 2-1, die Führung ist nun gleichbedeutend mit dem Sieg. Das zweite Bier für Dodi und tolle Stimmung für uns restliche Fans.

Gut hat zwar Thun auch heute nicht gespielt, aber die drei Punkte bringen die Mannschaft doch weiter weg vom Strich. Falls die Krise nun vorbei ist, darf doch von ganz schönen, positiven Tabellenpositionen am Saisonende geträumt werden.

Matthias Engel

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