Thun – Lausanne

Thun – Lausanne

Das Jahr 2 in der Arena beginnt. Mit Faivre statt Da Costa. Mit nur noch einem Schneuxty. Und mit der Nummer 9 wirbelt neuerdings ein Eddie Murphy-Double auf dem Platz umher. Er ist schnell, viel schneller als Rama ? doch bleibt er ohne Torerfolg. Die 21 trägt dagegen wieder Ellbogen-Ferreira. Keine zweifelhafte zweite Chance beim FC Thun haben dagegen diverse Fans erhalten. (BTW, Freiheit für alle Schlagzeuger!)

Mir beschert der FCT derweil die erste richtige Midlife-Crisis. Dass einige Aebikürvler, die mehrheitlich jünger sind als ich, neuerdings einen Sitzplatz-Block bilden, kann ich noch knapp verkraften. Dass aber auf dem Platz erstmals kein einziger Thunspieler mehr steht, der älter ist als ich, ist echt ein klitschko-mässiger Tiefschlag für mich. Dabei scheint es mir doch, es sei erst gestern gewesen, dass ich als Ballbube zu den so erwachsenen und weisen FC Thun-Spieler hinauf schaute.

Als Ballbube hatte ich auch noch grossen Respekt vor dem Schiedsrichtertrio. Das lag aber auch daran, dass zumindest die Einwurfentscheide anno dazu mal alle richtig waren. Von dem im berüchtigten Luca-Übermut agierenden Schiedsrichter Hänni und seinen beiden Fähndlimas können wir so viel Fussballkompetenz nicht erwarten. Die Fehlerquote des Schiedsrichtertrios ist hoch, sehr hoch. Ein fälliger Handspenaltypfiff bleibt aus, von den einmal mehr überhart spielenden Waadtländern wird seltsamerweise keiner vom Platz verwiesen. Dazu passt, dass Hänni in der Schlussphase Bernard Challandes auf die Tribüne schickt ? ohne vorherige Verwarnung.

0:0 steht es immer noch, als die Nachspielzeit läuft. Für den FC Thun eine gefühlte Niederlage. Dabei steht doch da ein sicher agierender Torhüter auf dem Platz, der auf der Linie ebenso stark ist wie beim Abstoss. Da haben wir doch wirbelige Spieler wie Ferreira sowie Eddie Murphy alias Anatole Ngamukol auf dem Platz. Doch mehr Talent scheint nicht mehr Torgefährlichkeit zu bedeuten. Vor allem weil wieder mal sämtliche Standardsituationen kläglich vergeben werden. Und weil der Thuner Überraschungscoup in den Schlussminuten ausbleibt. Plötzlich ist Lausanne dem Sieg gar näher als Thun.

Das Jahr 2 in der Arena beginnt mit einem ernüchternden 0:0. Wie lese ich doch im Matchprogramm in einer Anzeige des Schmuckgeschäfts Frieden: «Lieber Herr Challandes. Wir haben noch ein paar rohe Diamanten für Ihr Kader.» Ja, das wär doch was. Und zur Not tut es sicher auch Goran Obradovic für eine Saison. Der alte Mann wäre immer noch gut genug für ein paar (Freistoss-) Tore. Und ich könnte meine Midlife-Crisis aufs nächste Jahr verschieben.

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