Thun – GC

Thun – GC

Dancing thorugh the snow, in a one-horse open sleigh… bald ist Weihnachten und wir singen laut mit. Der Verein Härzbluet lädt eine Stunde vor Anpfiff zum gemeinsamen Adventsliedli-Singen ein und wir alle trällern – auch dank dem Gratis-Punsch – fröhlich mit. Auch wenn bei Keväs Gesang mehr von St. Pauli als von sonstigen Heilligen die Rede ist. Aber hier in Thun sind wir der Meinung, dass ein jeder an das Glauben soll, das ihm die meiste Freude bereitet. Mich stört da eher, dass laut Ihr Kinderlein kommet das himmlische Kind schöner und holder sein soll als jeder Engel. Hallo, habt ihr Mattäng schon mal gesehen!? Immerhin stellen wir fest, dass wir häufiger an einem Gottesdienst wären, wenn wir auch dort wie heute mit einer Bierflasche in der Hand mitgröhlen dürften. Als Röbi und ich das einst im Kölner Dom machten, wurden wir prompt rausgeschmissen.

Unser Allerheiligen ist aber ohnehin der FC Thun. Ihm widmen wir heute eine grosse Choreo zum 120. Geburtstag. Mit viel Plastik. Und Pyros. Dass das Spielfeld in den Startminuten eingenebelt ist, liegt aber sicher vor allem an den gleichzeitig gezündeten GC-Pyros. Jedenfalls bewegen sich die GC-Spieler im Pyronebel souveräner. Und auch dann noch, als die Sicht auf das ganze Spielfeld wiedergewinnen ist. Die erste Halbzeit gehört ungelogen GC. Doch Thun hält den GC-Angriffen tapfer entgegen. Vor allem Faivre ist es zu verdanken, dass es zur Pause immer noch 0:0 steht. Da holen wir uns noch ein Bier, ein Schümmli-Pflümli, einen Glühwein und überhaupt alles, was uns vom Spielgeschehen ablenkt.

In der zweiten Halbzeit bleibt GC stärker, doch Thun kommt jetzt zu mehr Chancen. In der 82. Minute kommt Spielmann für Thun um ein Haar zum 1:0, doch Lanvanchy klärt auf der Linie. Dann gibt aber Hediger Gas: In der 84. Minute kann er von Sigurjohnson

nur mit einem krassen Foul im Mittelfeld gestoppt werden, das mehr Rot-würdig als das von Tschudi gegebene Gelb wäre. Und in der 86. Mnute wagt Hediger gar den Torschuss. Diani kommt zwar noch an den Ball, doch lenkt er den Schuss ins eigene Tor ab. 1:0. Inzwischen irgendwie verdient.

In den Schlussminuten fallen die GC-Spieler zwar noch auf, aber vor allem mit ähnlichen Unsportlichkeiten wie später die GC-Fans am Bahnhof. Spielerisch hat Thun die Partie im Griff und sichert sich so die Punkte 26, 27 und 28 der Hinrunde. Und so singen wir nach dem Abpfiff lauthals unsere Lieder, mögen die noch anders als Jingle Bells keinen Schneefall zum Inhalt haben. Hauptsache Härzbluet für Thun.

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