Thun – FCB

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Das Motto der heutigen Zugfahrt der FCB-Fans ist wirklich treffend: TOTALABSTURZ. Man will sich betrinken, da die Verhältnisse in Thun nur so ertragbar seien. Ob mit den schier unerträglichen Verhältnissen die IBS-Aktionen, die Zubi-Flopps oder die schon fast traditionellen FCB-Niederlagen gemeint sind, wissen wohl nur die Ideengeber der «Mensch, werden wir heute besoffen»-Aktion. Ganz anders wir Thunfans. Als Mario schon vor Anpfiff an seinem Bierbecher schlürft, wird er gleich von mehreren Fans schräg angeschaut. Nicht dass wir Blaues Kreuz-Fanatiker wären, aber… «Wir haben nach dem Match immer noch genug Zeit zum Feiern, Frustsaufen müssen wir Thuner nicht» philosophiere ich ganz selbstbewusst.

Es soll ein schöner Tag werden, nicht nur wegen dem frühlinghaften Wetter. Und spätestens unter der neuen Blockfahne Made in Thailand (danke Role für das gelungene Thailänderinnen-Hilfsprojekt) ist der Thuner Siegeswille erneut zu verspüren. Egal wer Trainer ist, lasst uns unsere Mannschaft zum Sieg schreien! Die FCB-Fans üben sich derweil im Pyrowerfen und Büscheanzünden, ein Manieren-TOTALABSTURZ sozusagen.

Auf dem Platz hat von Beginn an der FC Thun das Zepter in der Hand. Der 2er-Sturm Lustrinelli und Gelson ist eine Augenweide, während Deumi hinten einmal mehr jeden (!) Zweikampf gewinnt. Schön, ja sensationnell sind die Ballstaffeten der Thuner. Doch die Angriffe sind nicht nur schön, sondern auch erfolgreich. Bereits in der 17. Minute trifft Gelson zum 1-0. Der Bellenz-Bomber beweist auch in Thun sein Tortalent.

Eine Reaktion von Basel? Von wegen. Weiter ist Thun die dominierende Mannschaft, ein Lattenknaller von Baykal und einige weitere tolle Aktionen beweisen, dass die Thuner Führung nicht zufällig ist. Aber eben, zur Pause steht es «nur» 1-0.

In der 2. Halbzeit scheint dann tatsächlich die Zeit reif für die grosse Wende. Plötzlich sehen wir die Basler im Angriff. Schuss um Schuss fliegt Richtung Thuner Tor. Doch viele Schüsse verfehlen das Tor bei weitem, andere Torversuche wehrt Coltorti gekonnt ab.

Longo wechselt nun geschickt. Savic kommt für Cerrone, Aegerter für Gelson. Nicht alle Trainer sind so wechselfaul wie Latour.

Thun spielt abwartend, wartet auf Konter. Und gleich zweimal kurz hintereinander ist der Weg frei für einen Gegenangriff. Es ist Lustrinelli, der in der 73. und in der 80. Minute zweimal den Ball im Netz versenkt. 3-0. Anschliessend wird er für Hodzic ausgewechselt.

Von der Basler Mannschaft sieht man in den Schlussminuten keine gelungenen Spielzüge mehr. Auch der Auftritt der Mannschaft muss als TOTALABSTURZ bezeichnet werden. Mit einer Ausnahme: Zubi leistet sich 90 Minuten lang keinen einzigen Fehlgriff, was den heutigen Sieg über Basel besonders wertvoll macht.

Schliesslich ist der Match kurz nach 4 fertig und wir Thunfans liegen uns wie schon so oft nach einem Match gegen Basel in den Armen. Was folgt an diesem «so ein Tag, so wunderschön wie heute» ist ein kollektiver TOTALABSTURZ der Thunfans – ganz einfach, weil die Verhältnisse in Thun halt einmalig schön sind.

Matthias Engel

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