Thun – Biel

Thun – Biel

15 Minuten lang Emotionen pur im Lachenstadion. 15 Minuten lang Emotionen pur in der S-Bahn Richtung Münsingen. Fazit beider Ärgernisse: NIE WIEDER BIEL!

Zuerst zum Fussball. Thun ist klar überlegen. Allein in der 28. Minute sollte Thun beim gleichen Sturmfurioso drei Topchancen verwerten. Doch der Ball will nicht rein. Anders in der 41. Minute. Stulz signalisiert mit einem lauten Ruf, dass er den Bieler Stürmer problemlos neutralisieren kann. Doch zu unserem Schrecken kann er weder den Spieler, noch den Ball stoppen. Dénervaud sieht das leere Tore vor sich und trifft. 0:1. Notabene bei der allerersten Bieler Chance überhaupt in diesem Spiel.

Nach der Pause drückt Biel erneut und kommt zu einem Eckball. Während Thuner nie wissen, was sie an der Cornerfahne tun sollen, tritt der Eckball-Bieler den Ball gefährlich in die Mitte. Dort steht Dénervaud – und trifft erneut. 0:2. 10 Gelb-Schwarze (sic!) liegen aufeinander, im Gästesektor maxen ebenso viele schwarzgekleidete Kutten rum.

Doch Thun reagiert sofort. Nach einem schnellen Angriff schiesst Bouziane zum 1:2 ein. Da sind 50 Minuten gespielt. Und Thun drückt gleich weiter. Nach einer schönen Ballstaffete in der 56. Minute kann Glarner zum 2:2 einschiessen. Jetzt gehts los!? Leider nein, nach 15 Minuten ist das Torfestival wieder vorbei. Thun spielt gegen Biel nur 2:2.

Am Bahnhof steht ein Polizeiaufgebot. Das brauchts, wenn Bieler Freunde (aktueller Look: schwarze Kaputzenpullis und schwarze Handschuhe) zu Gast sind. Sehr durchdacht, dass die Polizisten abziehen, sobald der Schnellzug weg ist. Dabei maxen die Bieler immer noch am Bahnhof rum. Mal belästigen sie in der S3 Passagiere, dann gehen sie wieder übers Gleis auf Perron 2, bevor sie (wieder zurück übers Gleis) wieder ein wenig in der S3 maxen (dieser Zug würde zumindest nach Biel fahren) und dann im letzten Moment die S1 stürmen, Hier wird nun gepöbelt und gelallt. Alle Frauen werden dumm angemacht, einige Thunerinnen steigen einen Bahnhof früher als geplant aus, um von den abwechslungsweise «Scheiss YB» und «Scheiss Thuner» singenden Typen endlich Ruhe zu haben.

Ich dagegen bin neutral ohne Trikot und Schal unterwegs – so spritzt man mir kurz vor Münsingen nur Mineralwasser ins Gesicht. Cool, bin ja gerade nur am Telefon. Dann noch eine kurze verbale Auseinandersetzung und mein zweites 15-minütiges Biel-Erlebnis an diesem Abend ist vorbei

NIE WIEDER BIEL!

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