Thun – Bellinzona

Thun – Bellinzona

Immer im Sommer heisst es für mich zurück nach Oberdiessbach, die Heimat meiner Eltern. Und eines gelbschwarzen (vielleicht auch eher schwarzgelben) Heimteams. Während mir die Farben nicht wirklich gefallen, gefallen mir die Ambitionen des FCO. Soeben hat die 1. Mannschaft den Aufstieg geschafft in die 2. Liga. Trainer Peter Kobel sollte Lustrinelli mal ein paar Motivationstipps geben. Spielen muss Thun heute aber nicht gegen die Diessbacher, sondern gegen die AC Bellinzona. Es scheint ein Müssen zu sein für die Thuner, spielen sie doch in der ersten Halbzeit ähnlich unkonzentriert wie vor ein paar Wochen im Tessin. Die Chancen sind spärlich, die Tessiner haben mal wieder die Oberhand. Seitens Thuner fallen gerade mal Dähler und Neuzuzug Toggenburger auf. Plus Matic mit einer Riesenparade.

Anlass genug, uns in der Pause ordentlich zu verpflegen beim Top-organisierten Catering, das auf überdurchschnittlichem NLB-Niveau serviert. Und wer wie ich noch Bierdosen im Rucksack hat, schmeisst ein Nötli statt Münz in den Spendenball. Ja auch mit Twint könnte man den Junioren spenden, aber anders als beim FCT muss man hier nicht wochentags auf der Geschäftsstelle vorsprechen, wenn man weder Kreditkarte, noch Twint hat. Ob Thun wegen der Spielertransfers so spitz auf Kreditkartenzahlungen ist!? Aber sagt das nicht dem heute auch anwesenden Party-Kernen, der generell die Transferpolitik von Albrecht verflucht. Und das direkt am Spielfeldrand.

Immerhin dreht Thun nach den zahlreichen Auswechslungen in der Pause auf, dank grösserem Budget hat man die bessere Ersatzbank als Bellinzona. Das 1:0 fällt in der 61. Minute. U21-Spieler Marc Gutbub versenkt den Ball aus 20 Metern. Party-Kernen, der gefühlt nonstop am Handy ist, sieht den Prachtsschuss und jubelt. Ich dagegen schaue das einzige Mal im ganzen Spiel aufs Handy und büsse dafür. Dafür juble ich kurz darauf, der Ball war aber nur am Pfosten. In der 83. Minute klappt es endlich mit dem Tor UND dem Torschauen, Role Ndongo ist für das 2:0 besorgt. Ein Thuner vergibt dann in der Schlussminute kläglich das fällige 3:0. Mit dieser Szene ist das Spiel fertig.

Also weiter an den Tisch mit den Autogrammkarten, zu den Strassenlaternen und Verkehrsschildern mit den viel zu vielen YB-Klebern (wir haben da ein passendes Gegenmittel dabei), zum Fyrabebier vor den Bahnhofladen (fast so gemütlich und süffig wie an der Schiffsländte) und schliesslich zu meinen Eltern. Hat doch noch Spass gemacht in Oberdiessbach.

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