Stade Lausanne-Ouchy – Thun

Stade Lausanne-Ouchy – Thun

Heute Mittag in Thun. Ich rechne mit einem Extrazug und sonnigem Frühlingswetter. Den Extrazug gibt nicht, ich habe die Block Süd-Nachricht falsch gelesen. Und das Wetter ist so schlecht, dass mich der Kebabverkäufer im Seven schräg anschaut, als ich ihm sage, dass ich mein Taschenbrot draussen essen will. Immerhin treffe ich an der Sälu Uhu-Schiffsländte Gölä und Co. Sie sind aber Carfahrer, für mich steht eine reguläre Zugfahrt nach Lausanne an. Und dann natürlich die obligate Waadtländer Bergwanderung, Busse für Fans gibt es auch heute nicht. Der Marsch an sich ist ja schon gut und verbindet, aber diese ständigen Böller unterwegs müssten nun wirklich nicht sein.

Das Stadion ist leer wie immer, wenn Ouchy in der Pontaise spielt. 650 Zuschauer werden dieses Mal grosszügig gezählt, von der Promotion League her bin ich mir mehr Zuschauer gewohnt. Immerhin sind die rund 150 mitgereisten Thuner laut und zünden auch gleich bei Spielbeginn ein erstes Mal Pyro. Die Spieler dagegen haben zu Beginn kaum zündende Ideen. So ist es auch Ouchy, das in Führung geht. In der 24. Minute erzielt Mulaj das 1:0. Das scheint die Thuner zu wecken. In der 38. Minute gleicht dann Ndongo auch endlich aus. Dieses 1:1 ist dann auch gleich das Pausenresultat.

Zeit zum Schwatz beim 7 Franken-Bier. Darüber wer weshalb in der aktuellen Saison nicht mehr Capo ist. Manch einer will auch mal was vom Spiel sehen, anderen wie mir würde ganz einfach die Kondition fehlen, einen Bergsteiger-Fanmarsch anzuführen. Zum Glück haben wir aber in der Kurve zwei Boys, die beide Bedingungen erfüllen. Und die machen ordentlich Stimmung, so dass Dauergesang herrscht im Gästesektor. Auch dann, als Ouchy wieder in Führung geht. In der 63. Minute verwertet Okou eine Flanke zum 2:1. Unverdient aus Thuner Sicht. Die Thuner kämpfen aber weiter und erkämpfen sich einen Penalty. Mattäng nutzt die Chance und schiesst so in der 78. Minute zum 2:2 ein. Für die Optimisten unter uns ist das gar der Führungstreffer. Jedenfalls fragt mich Party-Kernen Minuten später ernsthaft, ob Thun denn jetzt nicht in Führung liegt. Nid, nein echt nid! Und das ändert sich auch nicht mehr, in der Schlussphase hat Ouchy die besseren Chancen. Das Spiel endet zum Verdruss von uns Thunern Unentschieden.

Nach dem Spiel lernen wir dann wieder die Waadtländer Besonderheiten kennen. Natürlich keine Busse, deshalb wieder ein Fussmarsch, immerhin dieses Mal bergab. In einem Kiosk an der Route gibts kein Bier, dort hängt ein Vorhängeschloss, da es ja schon 20 Uhr gewesen ist. Aber Cardonnay-Weissflaschen, die können wir kaufen. Grundnahrungsmittel hier. 20:44 fährt dann der Zug zurück in die Deutschschweiz. Nur der Aufstiegsexpress, der ist gemäss Party-Kernen heute ohne uns von Thun abgefahren. Mist.

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