Schaffhausen – Thun

Schaffhausen – Thun

Was ist ein Modefan? Ein Fan, der erst beim Stand von 2-0 ins Stadion kommt. Oder welchen anderen Grund könnte es haben, dass Sanel heute als erster der Carfahrer ins Stadion gerannt kommt, als Eren Sen soeben das 2-0 erzielt hat? Na ja, es ist wieder einmal ein unsägliches Mittwochsspiel, das tragischerweise wegen dem August-Hochwasser nicht in Thun, sondern im fernen Schaffhausen stattfindet. So sitzen auf der Hinreise gerade mal drei (!) Fans im selben Zugsabteil, statt einem Car fährt auch bloss ein Mini-Bus. Etwa 30 Fans stehen heute im Thunsektor – 31’000 weniger als am nächsten Dienstag im Spiel gegen Prag. Die Frage, die auf der Seite 20 im Matchmagazin steht: «Was gibt es langweiligers als das Spiel FC Schaffhausen – FC Thun», scheinen viele mit «Nüt – weniger als nüt – gar nüt» beantwortet zu haben. Ein Frei nehm-Grund ist es Spiel in Schaffhausen höchstens für Mätthu.

Dass aber kaum mehr als ein Dutzend Thunfans die frühen Tore von Ferreira und Sen bejubelt, liegt aber auch an der Fehlplanung der Carfahrer. Aber wenn sie halt lieber eine längere Rauchpause machen, als pünktlich im Stadion zu sein, ist das ihr Problem. Für sie jedenfalls ist die erste Halbzeit ein typisches 0-0-Spiel, obwohl Thun längst klar in Führung liegt. Thun dominiert klar. Brenzlig wirds erst, als der Schiedsrichter nach einem vermeintlichen Foul auf Penalty entscheidet. Doch er wird vom Linienrichter überstimmt. Es gibt Abstoss, Thun liegt zur Pause 2-0 vorne. Dies auch, weil Rama mal wieder statt den Pfosten statt das leere Tor vor oihm trifft.

Gerade mal 2500 Zuschauer sind im Stadion, die Fressbudenfrauen sind trotzdem hilflos überfordert. Auf Bratwürste muss man minutenlang warten, meinen bestellten Burger bekomme ich während der Pause gar nicht. So muss ich halt das FCS-Catering notgedrungen boykottieren, denn ich will ja die zweite Halbzeit nicht verpassen.

Thun startet auch in die zweiten 45 Minuten. Und es ist wieder Ferreira, der für Torjubel sorght. Nach 58 Minuten schiesst er das 3.0. Die endgültige Entscheidung.

Die Frage ist jetzt nur noch, wie hoch Thun gewinnt. Nach einem Penaltypfiff hat Lustrinelli die Chance, den Vorsprung zu erhöhen. Doch er scheitert an Torhüter Herzog, auch der Nachschuss will nicht rein.

Klar haben die Gelb-Schwarzen nun auch einige Chancen, doch scheitern sie kläglich vor Jakupovic. Stattdessen erhöht Thun kurz vor Schluss auf 4-0, Bernardi ist der Torschütze. Dieses Tor sieht auch noch Röbi, der nach zweistündiger Aushebungsverspätung um 21.00 in Schaffhausen eintrifft. Wenigstens kommt er dank seinem Marschbefehl gratis ins Stadion.

Ein gelungener Ausflug. Negativ fällt einzig noch die hohe Anzahl FCS-Fans auf Perron 1 am Bahnhof auf. Leider versteht unter «Schaltausch» nicht jeder das selbe. Aber schlussendlich gehen die beiden Fangruppen doch freundlich auseinander.

Matthias Engel

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