Bulle – Thun

Bulle – Thun

Da fühlt man sich direkt an den Film «Speed» erinnert. Im Schnellzugstempo rast der Bus auf der Autobahn von Fribourg nach Bulle. Zum Erklärung: Es ist ein Linienbus! Und plötzlich macht sich hinter uns ein Car mittels Lichthupe bemerkbar. Es ist der Lüdi-Fancar, womit die Thunfans nun knapp hintereinander in zwei verschiedenen Gefährten auf der Autobahn unterwegs sind. Das macht Eindruck!

Ich lasse mir derweil von einem recht schnippischen Fräuleins die Unterkunftsmöglichkeiten in Bulle erklären. Da wäre beispielsweise «ihr» Hotel des Alps, wo Studenten schon für 59 Franken inkl. Frühstück übernachten können. Da merken wir uns doch mal.

Am Bahnhof in Bulle angekommen, wollen wir Linienbusfahrer uns schon mal auf die lange Suche nach dem Stadion machen. Doch die Lüdi-Car-Crew zeigt sich überaus nett. So transportieren sie und kostenlos vom Bahnhof ins Stadion – und später übrigens auch wieder zurück.

Das Stadion gleicht dem Lachen so stark, dass direkt Heimspielatmosphäre aufkommt. Besonders nett sind die historisch wirkende Tribüne und die Laufbahn rund um den Rasenplatz. Der Eintrittspreis von sieben Franken und das Verschenken von Bällen sind zusätzliche Serviceleistungen, die man eigentlich auch in Thun einführen können.

Dann beginnt bald einmal das Spiel, wobei Bulle in Rot und Thun in Weiss spielt. Und wie Thun spielt! Von einem typischen Cup-Geknorze kann keine Rede sein, Thun dominiert von Anfang an. Die Chancen sind zahlreich, die Chancen ebenso. Wie fasst doch Redman das Spielgeschehen nach 25 Minuten so treffend zusammen: «Jetzt hat Rama dreimal getroffen. Dreimal per Kopf!» Ein echter Hattrick innert zehn Minuten, unser Jubel kennt keine Grenzen.

Und als schliesslich Raimondi nach 38 Minuten das Resultat auf 4-0 erhöht, machen sich die Fans schon richtig Bierstand. Die Thuner, um zu feiern, die Bullen, um ihrer Trauer zu ertränken.

Das restliche Spiel ist eine einzige Kür der Thuner. Obwohl mit angezogener Handbremse spielend, ist ihre Übermacht auf dem Spielfeld weiterhin erdrückend. Eine einzige ernsthafte Chance kann sich Bulle erspielen, doch Kobel bleibt unbezwungen. Die Thuner selber haben noch ein paar Chancen, doch zum durchaus möglichen Stängeli reichts nicht. Es bleibt beim tollen 4-0.

Womit Thun im Gegensatz zu Basel und YB weiterhin von einer Cupfinalteilnahme träumen kann. Sollte die nächste Paarung nicht gerade GC-Thun lautet, ist ein weites Weiterkommen sehr möglich.

Voller Freude machen wir uns da auf den Heimweg, wobei wir mit den geschenkt erhaltenen Bällen an mehr oder weniger sinnvollen Orten unser eigenes Fussballtalent unter Beweis stellen.

P.S. Auf vielfachen Wunsch, entschuldige ich mich hier für das Rumschmeissen einer (verschlossenen) Packung Chips und sieben (!) Reiseprospekten. Ich bleibe aber der Meinung, dass nicht ich primär zu beschuldigen bin, wenn eine SBB-Angestellte wegen sieben auf dem Boden liegenden Reiseprospekten das Gepäck eines Thunfans vorübergehend beschlagnahmt.

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