Thun-GC. Abstiegskampf in der Stockhorn Arena. Mit einem leichten Vorteil für die Berner Oberländer von 10 Punkten Vorsprung. Thun ist sogar Leader, aber das ist nur eine Fussnote in einer Saison, die sicher noch schwierig wird. Für Fans, die heute ein langweiliges Spiel erwarten, gibt es am Block Süd-Stand eine passende Lektüre. Die Erstausgabe des Block Blettli. Ein spannender Lesestoff mit 36 Seiten Umfang, was insbesondere für die sieben Seiten über Wacker Innsbruck gilt. Mein persönliches Highlight ist aber das gegen Liechtenstein gerichtete Scheiss Landespolizei. Aus Vaduz gab es ja auch diese Woche wieder Negatives zu lesen. Gegen alle Stadionverbote!
Die Zahl der Fans im Stadion bewegt sich im Bereich der Zürcher Postleitzahlen. 8300 ist die vermeldete Zahl. Entsprechend eng ist es im Stadion, der Bierverkauf läuft aber schon flüssiger als im ersten Heimspiel gegen Lausanne. Gut beginnt auch das Spiel. Das Heimteam macht ziemlich viel Druck in dieser Anfangsphase. Über 60 Prozent Ballbesitz beträgt die Thuner Quote in der ersten Hälfte. Nur der Ball will trotz der vielen Chancen nicht rein. Die beste Möglichkeit hat Reichmuth in der 29. Minute. Kurz zuvor hat Thun aber auch Glück bei einem Lattentreffer von Marques. 0:0 steht es zur Pause.
Schnell ein Bier geholt, wobei das 16 Minuten benötigt. Eine gefühlte Ewigkeit, bei der selbst Party-Kernen vorzeitig kapituliert. Ich bleibe aber dran und bekomme immerhin ein Sorry von der netten Dame an der Theke für die lange Wartezeit. Ein Freibier wäre die bessere Geste gewesen.
Kaum zurück in der Kurve sehe ich, wie sich Nils Reichmuth gegen Hassane durchsetzt. So steht er alleine vor GC-Goalie Hammel und schiesst zum 1:0 ein. Thun führt nach 49 Minuten. Weitere Thuner Chancen folgen. Insbesondere der eingewechselte Imeri bringt Zig vors Tor. Aber es fehlt an der Präzision. Es bleibt vorerst beim knappen 1:0. Dann ist aber GC in der Offensive. In der 84. Minute lanciert Lee Creti, der zum 1:1 trifft. Die Aktion wird zwar lange durch den VAR gecheckt, aber schliesslich für konkret befunden. Die gut gefüllte GC-Kurve zündet die einzigen Pyros an diesem Fussballvorabend.
Es ist nicht so, dass Thun jetzt noch um den verbliebenen Punkt zittern müsste. Vielmehr wird der erneute Führungstreffer gesucht. Imeri verpasst noch einmal knapp. Dann ist Schluss. Leader Thun lässt zum ersten Mal Punkte in dieser Saison. Aber weiterhin sind es 10 Punkte Vorsprung im Abstiegsduell gegen GC. Eine gute Sache.