Xamax – Thun

Xamax – Thun

Schon vor dem Spiel laestern wir. Im letzten August hat Xamax gegen Thun 4:0 gewonnen. Und angesichts der schlechten Thuner Auswaertsbilanz erscheint uns ein solches Desaster auch heute wieder moeglich. Party-Kernen gibt deshalb den Befehl heraus, dass wir nach dem 3:0 das Stadion verlassen werden. Weil Trikot tragen mit Stolz und so.

Doch wir weit ueber hundert Thuner sehen einen guten Spielbeginn. Der FCT spielt sehr aufsaessig und kommt zu einigen Chancen. Und als es dann nach 25 Minuten immer noch 0:0 steht (in dieser Minute hat im August das Unheil begonnen) schoepfen wir Hoffnung. Doch dann schiebt in der 34. Minute Sutter den Ball zum 1:0 ein. Das ist kein Verschreiber, er trifft ins eigene Tor. Das ist bereits der zweite Tiefschlag in dieser ersten Halbzeit. Den kurz zuvor haben wir Kollege Wyttenbach mit einer Zwanzigernote zum Bierholen geschickt. Doch der bringt das Geld unangetastet zurueck. Ab sofort gilt in Neuenburg nur noch Cashless. Wir bleiben auf dem Trockenen. So nuechtern nervt ein Rueckstand noch mehr.

Mit 1:0 geht es in die Pause. Und da ich als Einziger ein Twint-Guthaben habe, werde ich zum Bierholen losgeschickt. Eine leichte Aufgabe, denn so ohne Bargeld geht alles viel schneller. Denkste. Ich stehe 20 Minuten an dieser verdammte Buvette an. Auch weil der Typ am Getraenkeausschank etwa 3 Minuten braucht, um Twint an seinem Zahlterminal zu aktivieren. Derweil wird es laut im Stadion. Der Ex-Thuner Fatkic trifft per Panalty zum 2:0. Es ist die 49. Spielminute. Ein wenig spaeter kehre ich mit Bier und Wein in die Kurve zurueck.

Immerhin sehe ich nun eine ganz starke Thun-Phase. Sie schnueren die Neuenburger in ihrem Strafraum rein. Doch der Ball will einfach nicht rein. Xamax spielt nun sehr hart, zwei Verteidigerattacken am Fluegel sind zumindest hellrot gefaerbt. Der Schiedsrichter stuft sie jedoch je nur als gelbwuerdig ein. Und den faelligen Penalty pfeift er nicht. Wir sind sauer. Und das erst recht, als Xamax zum Konter ansetzt. Diesen verwertet Hautier in der 66. Minute natuerlich zum 3:0. Alle Blicke sind nun auf Party-Kernen gerichtet. Doch der hat noch ein frisches Bier. Er bleibt also in der Kurve. Dann aber ploetzlich viel schwarzer Rauch im Stadion. Erst sind wir alle ratlos, dann aber sehen wir, dass alle Banner am Zaun verschwunden sind und alle Fans rausmarschieren. Das Verrueckte daran: Nicht etwa die Thun-Fans verlassen das Stadion, sondern die Xamax-Fans! Aus Solidaritaet mit Party-Kernen? Fuer uns gilt er nun als grosser Fussballprophet.

Mit noch leeerem Stadion als vorher geht das Spiel weiter, die offizielle Zuschauerzahl 3100 wirkt nun noch absurder. Nicht so das Resultat. Das erhoeht Xamax standesgemaess auf 4:0. Hadji ist der Torschuetze in der 92. Minute. Und so laestern wir halt wieder. Wie sagt Kollege Wyttenbach so passend: Scheiss Stadion!

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